Spinach for Popeye

von links nach rechts: Sönke Bewersdorff – Berufliches Schulzentrum Odenwaldkreis, Horst Heuß – Georg-Ackermann-Schule Breuberg, Barbara Konradi – Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V., Christoph Haußner – Georg-August-Zinn-Schule Reichelsheim, Maria Zeitler – Koordinatorin des Netzwerkes Übergang Schule-Beruf, Thorsten Baumgärtl – Kinderhof Fürstengrund GmbH Bad König, Ursula Glück-Gürth – Jugendwerkstätten Odenwaldkreis e.V., Andreas Kimmel – Theodor-Litt-Schule Michelstadt
Die Arbeitsgruppe des internationalen Projektes "Spinach for Popeye" traf sich vor kurzem in Mossautal-Güttersbach mit ihren Partnern aus Falkirk (Schottland), Göteborg (Schweden) und Nuoro (Italien), um Informationen und Erfahrungen zum Thema Jugendliche und Arbeitsmarkt auszutauschen. Das Bild zeigt (von rechts) die Koordinatorin des Projektes für den Odenwaldkreis, Maria Zeitler, Ingrid Schenkel (Oberzentschule Beerfelden), Elenor Macdonald, Gordon Bell und Lorna Stupart (alle aus Falkirk/Schottland) sowie weitere Mitwirkende.

Spinach for Popeye 2013

Junge Menschen auf Berufe vorbereiten, die´s heute noch nicht gibt

Kongress "Spinach for Popeye" 2013 im schottischen Falkirk: Voneinander und miteinander lernen

Vom 05.11. bis 09.11.2013 hat sich er europäische Kongress "Spinach for Popeye" in Falkirk, der schottischen Partnerstadt des Odenwaldkreises, mit der Vorbereitung junger Menschen aufs Berufsleben beschäftigt.

Gemeinsam mit einer Odenwälder Dlegation nahmen italienische, schwedische und schottische Fachkräfte daran teil. "Spinach for Popeye" ist ein seit 1997 bestehendes Projekt der Europäischen Union, das sich vorrangig den Jugendlichen widmet, denen der Übergang von der Schule ins Berufsleben bevorsteht.

Der Odenwaldkreis war in Falkirk seitens der Schulen vertreten durch Horst Heuß (Georg-Ackermann-Schule Breuberg/Rai-Breitenbach), Andreas Kimmel (Theodor-Litt-Schule Michelstadt), Sönke Bewersdorff (Berufliches Schulzentrum Odenwaldkreis) und Christoph Haußner (Georg-August-Zinn-Schule Reichelsheim). Für die Jugendwerkstätten Odenwald (Erbach) nahm Ursula Glück-Gürth am Kongress teil, für das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft (Michelstadt) Barbara Konradi und für die Kinderhof Fürstengrund GmbH (Bad König) Thorsten Baumgärtl.

Geleitet wir die Odenwaldkreis-Arbeitsgruppe "Spinach for Popeye" seit vielen Jahren von Maria Zeitler, der Jugendhilfeplanerin und Koordinatorin des Netzwerks Übergang Schule-Beruf im Jugendamt. Im Projekt finden jährlich eine Fachkräfte- sowie ein Jugendaustausch statt. Die nächste Zusammenkunft von Jugendlichen ist für September 2014 im Odenwaldkreis vorgesehen.

Das Besondere an dem europäischen Forum: Neben Fachvorträgen werden "Best-practise"-Beispiele aufgezeigt. Im Mittelpunkt steht das "Voneinander und miteinander Lernen" im europäischen Kontext. "Mit jedem Austausch gestalten wir Europa ein wenig mit, mit jedem Jugendaustausch nähern sich junge Menschen einander an, bauen Vorurteile ab und begreifen sich zunehmend als europäische Bürgerinnen und Bürger, die verantwortlich sind für das zukünftige Europa. Nur in der Begegnung kommen wir uns wirklich näher - deshalb brauchen wir solche Projekte", fasste Maria Zeitler nach der Rückkehr aus Schottland ihre Überzeugung in einem Bericht für die Presse zusammen.

Keir Bloomer von der Universität in Edinburgh, mitverantwortlich im schottischen "Curriculum for Excellence", machte deutlich, dass die Fachleute didaktisch von der reinen Wissensvermittlung zum lösungsorientierten Denken und Lernen kommen müssten, wenn die EU im globalen Wettbewerb mithalten will. Lösungen zu finden anstatt nur fortlaufend Analysen vorzunehmen, darauf kommt es seiner Meinung nach an. In der Arbeit mit jungen Menschen heiße das konkret, dass der Bedarf jedes Kindes in den Blickpunkt rücken muss und die Experten rechtzeitig intervenieren, über die Grenzen ihrer Einrichtungen hinweg vernetzt arbeiten und all ihre Kompetenzen aufbieten für die Entwicklung von Persönlichkeiten, die zufrieden und selbstverantwortlich ihr Leben meistern können.

Eine der Kongress-Einsichten lautete: Wir brauchen zukünftig mehr Menschen mit mehr Bildung, um den Anforderungen gewachsen zu sein, die mit der technisierten Welt einhergehen. Anders formuliert: "Wir müssen die jungen Menschen auf Jobs vorbereiten, die es noch nicht gibt und Lösungen für Probleme finden, die noch nicht existieren" - in dieser Verantwortung steht die heutige Erwachsenen-Generation nach Ansicht Bloomers.

Die Delegierten nutzten die Möglichkeit in unterschiedlichen Projekten zu hospitieren, andere Institutionen zu besuchen und ausführlich mit Fachkräften zu sprechen, zum Beispiel an einer Schule für Erziehungshilfe, bei einer Drogenberatungsstelle, in Kinderheim, Wohngruppen oder Einrichtungen, in denen Kinder wie auch deren Eltern betreut werden. Beeindruckt waren die Odenwälder von den zahlreichen neuen Schulgebäuden sowie der guten räumlichen und technischen Ausstattung in Falkirk: In fast jedem Klassenraum gibt´s ein White Board und einen Internetanschluss. "Social media" ist in Schottland eine selbstverständliche Unterrichtsmethode. Die schottischen Schulen verfügen über einen hohen Sicherheitsstandard. We sie betritt, wird jedoch von einer offenen Rezeption - ähnlich der eines Hotels - freundlich empfangen.

Die europäischen Delegationen durften auch die schuleigene Kantine ausprobieren. Versorgt wurden sie dort von Jugendlichen, die eine Ausbildung zur Köchin / zum Koch oder zur Restaurantfachkraft absolvieren. Das Restaurant bietet jeden Tag auch für die Öffentlichkeit ein Drei-Gänge Menü zu einem moderaten Preis an.

Die europäischen Partner ließen sich von der deutschen Gruppe mit der Vprstellung der Berufsorientierungsveranstaltung "Talent trifft Berufe" begeistern, die in den zurück liegenden Jahren im Odenwaldkreis erfolgreich organisiert worden ist. Dabei konnten sich die Delegierten selbst ausprobieren, nachdem die Arbeitsstationen mit unterschiedlichen Berufsbildern nachgestellt wurden.

Provost Pat Reid vom gastgebenden Falkirk Council beteiligte sich während der Kongress-Woche immer wieder an den regen Austausch. Er schätzt und unterstützt "Spinach for Popeye" und erfreute sich am Abschlussabend mit den Delegierten an schottischen Volkstänzen.  

(Foto)   

Spinach for Popeye 2012

 

"Changing Attitudes, Developing Practice, Improving Chances" Challenges for young people, families and professionals

 

Spinach for Popeye -Vernetzung im Europäischen Kontext

 

Das Projekt Spinach for Popeye richtet sich an sozial benachteiligte junge Menschen, die besondere Schwierigkeiten haben, den Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt zu schaffen. Vor allem sind dies junge Menschen im Übergang Schule-Beruf, die

» potentiell die Schule abbrechen könnten,

» Unterstützung bei der Entwicklung ihres Potenzials benötigen

» denen Selbstbewusstsein und Motivation fehlt,

» zusätzlich Unterstützung in ihren Familien und ihrem Umfeld brauchen,

» weniger Chancen haben.

Durch die europäische Vernetzung und den Austausch von Kompetenzen, Innovation, Erfahrung und Kreativität wird das Bewusstsein für gemeinsame europäische Werte gestärkt. Ebenso werden Impulse für die Jugendberufshilfe im Odenwaldkreis herausgearbeitet. Das Besondere am Projekt "Spinach for Popeye" ist, dass auf unterschiedlichen Ebenen gearbeitet wird. Gemeinsam mit den Partnern werden Fachkongresse für Pädagogen und Jugendaustausche rotierend durchgeführt.

Der Kongress "Spinach for Popeye" wurde vom 05. - 09. November 2012 im Burghof Brombachtal durchgeführt.

Offiziell wurden die Gäste im Historischen Rathaus in Michelstadt von dem Ersten Kreisbeigeordneten Oliver Grobeis und dem Hausherrn, Bürgermeister Stephan Kelbert begrüßt.

Die Partnerländer waren Schweden/Göteborg, Schottland/Falkirk und Italien/Sardinien, Nuoro. Die Delegierten kamen aus unterschiedlichen sozialen, schulischen und außerschulischen Institutionen, so dass ein breites Spektrum an Kompetenz im internationalen Austausch zusammenarbeiten konnten.

Teilnehmerzahl: 32, Moderation: Gerhard Olschweski

Thema des Kongress: "Changing Attitudes, Developing Practice, Improving Chances", Challenges for young people, familie and professionals.

Dies beinhaltete:

» Erarbeitung von Methodenkompetenzen, selbstreflexiv, innovativ, in Bezug auf Haltung und Verhalten als Fachkräfte

» Entwicklung von Kriterien zur besseren Vernetzung aller Beteiligten im Übergang Schule-Beruf

» Förderung der kognitiven, sozialen und emotionalen Kompetenzen von Jugendlichen

» Einbeziehung der Eltern in den Berufsorientierungsprozess

» Qualitätssicherung über Qualifizierung und Beratung von Mitarbeiter/-innen über neue Methoden

Es wurde an Indikatoren gearbeitet, die grundlegend für eine erfolgreiche und nachhaltige Netzwerkarbeit sind. Gleichzeitig wurde danach gefragt, wie über Haltungsänderungen aller Beteiligten Jugendliche so motiviert erden können, dass sie Eigenverantwortlichkeit und Selbstwirksamkeit nutzen lernen, um langfristig wirtschaftlich unabhängig zu werden.

Der Gewinn der Austausche liegt insbesondere darin, dass sich die Gruppe auf europäischer Ebende umsehen kann, wie andere Länder den Übergang der Jugendlichen von der Schule in den Beruf angehen und lösen. Die Pädagogen haben die Möglichkeit vor Ort neben Vorträgen und Projektdarstellungen direkt mit den Fachleuten zu sprechen und auch in Kontakt mit den Jugendlichen zu treten. Jede Gruppe wird die Ergebnisse für die eigene Arbeit vor Ort mitnehmen und daran weiterarbeiten. Der nächste Kongress wird in 2013 in Falkirk/Schottland stattfinden.

Der nächste Jugendaustausch 2013 in Italien/Nuoro wurde mit den jeweiligen Akteuren aus den Partnerländern besprochen.

Finanziert wurde der Kongress über das Programm Jugend für Europa mit ESF Mitteln, mit Sponsorengeldern aus der Wirtschaft, mit Land- und Kreismitteln.

 

Spinach for Popeye

 

Fachkräfteaustausch im EU-Projekt "Spinach for Popeye" - Voneinander lernen und gemeinsam Lösungen finden

 

Die internationale Arbeitsgruppe von "Spinach for Popeye", einem Projekt des Odenwälder Kreisjugendamtes, das sich seit über 20 Jahren mit der Eingliederung benachteiligter Jugendlicher in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Europa beschäftigt, kam kürzlich in Mossautal-Güttersbach zusammen. Mit Partnern aus Falkirk (Schottland), Göteborg (Schweden) und Nuoro (Italien) diskutierten die Gastgeber europäische Fragestellungen zum Arbeitsmarkt der Zukunft.

Dr. Michael Reuter, Kreisbeigeordneter des Odenwaldkreises und europapolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Er sprach die am 1. Mai dieses Jahres erfolgte Öffnung des Arbeitsmarktes für osteuropäische Länder und den damit verbundenen Wettbewerb auch für die Jugendlichen in der Region Odenwald an und sagte: "Wir machen die Erfahrung, dass die Anzahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss seit Jahren konstant bleibt. Hier müssen wir unsere Maßnahmen weiter reflektieren, denn ohne Schulabschluss ist es nahezu unmöglich eine Ausbildung aufzunehmen."

Maria Zeitler, Koordinatorin des Projektes für den Odenwaldkreis, erläutert die Themen, über die sich die Arbeitsgruppe auf europäischer Ebene austauscht und bei denen die Mitwirkenden voneinander lernen: Wichtig seien Fragen nach der Entstehung benachteiligter Lebensverhältnisse, die es Jugendlichen schwer machen, ihren Weg zu finden. Zu leisten seien rechtzeitige und individuelle Hilfe. Die Fachleute müssten darauf achten, welche Kompetenzen Jugendliche benötigen, um den Übergang von der Schule zum Beruf gut zu bewältigen.Auch stehe die Frage im Raum, wie Pädagoginnen und Pädagogen junge Menschen in schwierigen Situationen unterstützen können. Wenn es gilt, aktuelle Ideen in den Mitgliedsländern umzusetzen, helfen sich die Projektpartner gegenseitig. Neben den Gesprächsrunden organisiert das Projekt auch immer wieder Austauschfahrten für Jugendliche, die den europäischen Gedanken mit Leben füllen.

Moderiert wurde das Treffen in Güttersbach von Gerhard Olschewski, einem erfahrenen ehemaligen Schulleiter, der selbst schon aktiv im Projekt mitgearbeitet hatte. Neben Maria Zeitler gehören zur Odenwälder Arbeitsgruppe "Spinach for Popeye" Ursula Glück-Gürth (Jugendwerkstätten Odenwald), Thomas Wörner (Berufliches Schulzentrum Michelstadt), Horst Heuß, (Georg-Ackermann-Schule Breuberg), Ingrid Schenkel (Oberzentschule Beerfelden), Andreas Kimmel (Theodor-Litt-Schule Michelstadt), Jürgen Brilmayer (Deutsches Rotes Kreuz).

LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen