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Odenwaldkreis holt auf

Der Odenwaldkreis hat seine Platzierung im Zukunftsatlas der Prognos AG verbessert und ist damit in eine höhere Kategorie gelangt. Das geht aus den Daten hervor, die das Wirtschaftsforschungsunternehmen heute vorgelegt hat. Alle drei Jahre veröffentlicht es ein Ranking aller 401 Landkreise und kreisfreier Städte. Verglichen mit 2016 hat der Odenwaldkreis 20 Plätze gutgemacht und damit Rang 295 erreicht, was nicht zuletzt daran liegt, dass dem Kreis eine höhere Dynamik bescheinigt wird.

 

Landrat Frank Matiaske zeigte sich sehr zufrieden mit dieser Entwicklung: „Hatte der Zukunftsatlas den Odenwaldkreis vor drei Jahren noch als Gebiet mit ,leichten Risiken‘ gesehen, gilt er jetzt als Region mit ,ausgeglichenen Chancen/Risiken‘. Das ist ein Sprung nach vorn und Rückenwind für unser Kreisentwicklungskonzept, mit dem wir daran arbeiten, diesen Trend zu stärken und den Odenwaldkreis noch weiter voranzubringen.“

 

Der Kreistag hatte im Juni die Erarbeitung dieser Strategie beschlossen, mit der sich abzeichnenden Entwicklungen aktiv begegnet werden soll, um die Zukunft des Odenwaldkreises als attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort zu sichern – „etwa mit Blick auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel“, wie Valentin Kuffer erläutert, der für das Kreisentwicklungskonzept zuständige Mitarbeiter der Kreisverwaltung.

 

Der Prognos-Zukunftsatlas analysiert 29 Einzelindikatoren zu den vier Themenfeldern „Demografie“, „Wohlstand und soziale Lage“, „Arbeitsmarkt“ sowie „Wettbewerb und Innovation“. Zusätzlich werden die Städte und Landkreise differenziert nach „Stärke“, dem Ist-Zustand, und „Dynamik“, der jüngsten Entwicklung.

 

Felder "Dynamik" und "Arbeitsmarkt" sehr positiv

 

„Dass wir gerade in der Kategorie ,Dynamik‘ mehr als 60 Plätze nach vorn auf Rang 266 gelangt sind, stimmt mich zuversichtlich“, so Matiaske. Aber auch alle anderen Werte hätten sich gegenüber 2016 verbessert, hob Matiaske hervor. Einzige Ausnahme ist der Innovations-Indikator. „Hier sind wir ein wenig abgerutscht und werden versuchen, diese Entwicklung wieder umzukehren.“

 

„Im Feld ,Arbeitsmarkt‘ sind wir sogar mehr als 70 Plätze nach vorn gelangt“, hob Matiaske hervor. Eine leichte Verbesserung um 19 Plätze zeigt sich im Indikator „Demografie“. „Auch das ist ermutigend, aber gerade in diesem Feld müssen und werden wir in unserem Kreisentwicklungskonzept viele Anstrengungen investieren, denn der demografische Wandel ist unsere größte Herausforderung.“

 

Matiaske gratulierte der Stadt Darmstadt, die schon 2016 mit Platz 9 einen hervorragenden Platz eingenommen hatte und sich im aktuellen Zukunftsatlas auf Platz 4 verbessern konnte. „Das ist ein tolles Ergebnis für die Stadt, von deren Stärke letztlich auch ganz Südhessen profitiert.“ Von den direkten Nachbarn des Odenwaldkreises gelten der Landkreis Miltenberg und der Neckar-Odenwald-Kreis ebenfalls als Regionen mit „ausgeglichenen Chancen/Risiken“. Gebiete mit „leichten Chancen“ sind die Landkreise Darmstadt-Dieburg und Bergstraße.

 

Erstmals hat Prognos erhoben, in welchen Regionen Wohnraum fehlt. Der Odenwaldkreis gehört zu jenen Kommunen mit einem „entspannten Wohnungsmarkt“, in denen es keine „Wohnungsbaulücke“ gibt. Matiaske sieht darin auch eine Chance, denn der Kreis biete jenen Menschen Platz, die eine Alternative zu angespannten Wohnungsmärkten suchten, wie es sie – in unterschiedlicher Intensität – in Darmstadt oder den Kreisen Bergstraße und Darmstadt-Dieburg gebe. 

 

Abschließend nannte Landrat Matiaske ein konkretes Ziel: „Bis zum nächsten Zukunftsatlas 2022 muss der Odenwaldkreis in der Gesamtbewertung auf Platz 200 oder besser platziert sein. Daran werden wir im Kreisentwicklungskonzept und den sich daraus ergebenden Aktivitäten mit Hochdruck arbeiten.“

 

 

 


05.07.2019


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