Aktuelle Berichte

    Schule, Job, Behördengänge

    Kenntnisreich und gut vernetzt: die Bildungskoordinatorinnen Anja Mühlhäuser (links) und Tanja Krämer in ihrem Büro im Landratsamt

    In welche Schule kommt mein Kind? Wohin muss ich mich wegen einer Arbeit oder Ausbildung wenden? Wie geht das mit der Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis? Fragen wie diese beschäftigen nahezu jeden Neuzugewanderten, der in den Odenwaldkreis kommt. Für sie und all jene, die sie unterstützen, gibt es hier auf der Internetseite des Odenwaldkreises einen neuen Wegweiser.

     

    Zusammengestellt wurde die Übersicht über alle Bildungsanbieter von den beiden Bildungskoordinatorinnen des Kreises, Tanja Krämer und Anja Mühlhäuser – untergliedert nach Themen wie Schule, Beruf, Sport/Freizeit, Sprache/Integration und Kinder/Familie. Dort findet sich auch eine Liste mit Migrantenorganisationen und mit Telefonnummern der Ausländerbehörde für die Klärung ausländerrechtlicher Fragen.

     

    Krämer und Mühlhäuser sind im Rahmen des Programms „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ tätig, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Sie stehen in Kontakt mit allen relevanten Stellen in der Kreisverwaltung und tauschen sich beispielsweise mit der ebenfalls für Zugewanderte zuständigen WIR-Koordinatorin Petra Karg aus. Gemeinsam werden sie mit einem Stand bei der diesjährigen Interkulturellen Woche vertreten sein, die vom 21. September bis 6. Oktober stattfindet.

     

    Außerdem sind Krämer und Mühlhäuser Ansprechpartnerinnen für alle zivilgesellschaftlichen, ehrenamtlichen Initiativen außerhalb der Kreisverwaltung – etwa für das Diakonische Werk Odenwald und das Kulturamt der Stadt Michelstadt, die die Interkulturelle Woche koordinieren, sowie für das Staatliche Schulamt und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

     

    Den Wegweiser auf der Homepage haben Krämer und Mühlhäuser im Rahmen der ersten Phase der Bundesförderung in die Tat umgesetzt. „Neben der Vernetzung der Akteure im Odenwaldkreis war es unser vordringlichstes Ziel, Angebote im schulischen und nicht-schulischen Bereich systematisch, transparent und in einfacher Sprache darzustellen“, erläutern sie. „Ich freue mich über das Engagement der beiden Mitarbeiterinnen“, so Bildungsdezernent Oliver Grobeis. „Wir benötigen die konstruktive Kooperation verschiedener Bildungsanbieter, gerade für Neuzugewanderte.“

     

    Er verweist außerdem auf ein Projekt zur Radikalisierungsprävention, das die Bildungskoordinatorinnen initiiert haben. In insgesamt 26 Unterrichtsstunden wurde es in diesem Frühjahr im Auftrag des Vereins Jugendwerkstätten Odenwald durch die Volkshochschule Odenwaldkreis am Beruflichen Schulzentrum Odenwaldkreis durchgeführt. Ziel der vom Deutschen Volkshochschulverband konzipierten Reihe ist es, junge Leute in ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber radikalen Einstellungen zu stärken.

     

    Da das Programm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ erfolgreich angelaufen ist, hat der Bund eine weitere Finanzierung bis Ende April 2021 zugesagt. Für die zweite Förderphase haben sich Krämer und Mühlhäuser unter anderem vorgenommen, noch enger mit den Städten und Gemeinden des Odenwaldkreises zusammenzuarbeiten. „Nur wenn wir gemeinsam agieren, werden wir Neuzugewanderte gut bilden beziehungsweise ausbilden und somit gut integrieren können.“

     


    12.06.2019


    LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen