„Der enge Kontakt zu Bäuerinnen und Bauern bleibt“

Im Gespräch: Landrat Frank Matiaske (Mitte) erläutert vor der Werner-Borchers-Halle in Erbach Landwirten die geplanten organisatorischen Änderungen in der Agrarverwaltung des Odenwaldkreises. Mit dabei ist auch Kreislandwirt Hans Trumpfheller (links neben Matiaske).

Landrat Frank Matiaske ist den Bedenken von Landwirten wegen organisatorischer Änderungen in der Agrarverwaltung entgegengetreten. Vor der gestrigen Kreistagssitzung in Erbach hatten mehrere Bäuerinnen und Bauern ihm ihre mit der Neuorganisation der Hauptabteilung Ländlicher Raum – Veterinärwesen und Verbraucherschutz (LRVV) verbundenen Befürchtungen geschildert. So war von einem „langfristigen Niedergang der Agrarverwaltung“ die Rede.

 

Matiaske äußerte angesichts vieler Herausforderungen, vor denen Landwirte stünden, Verständnis für deren Sorgen. „Aber die Befürchtung, der Odenwaldkreis sei kein kompetenter Ansprechpartner für Bäuerinnen und Bauern mehr, hat keinen Grund. Die Verwaltung wird weiter einen engen Kontakt zu ihnen halten.“ In dem Gespräch vor der Werner-Borchers-Halle warb auch Kreislandwirt Hans Trumpfheller für gegenseitiges Verständnis.

 

Geplant ist, die in Reichelsheim ansässigen LRVV-Abteilungen mit dem 1. Januar 2020 organisatorisch anderen Hauptabteilungen zuzuordnen. So kommen die Abteilungen Landwirtschaft und Landwirtschaftliche Förderung sowie Landschaftspflege und Naturschutz in jene Hauptabteilung, die auch für Landesaufgaben zuständig ist. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Dorf- und Regionalentwicklung arbeiten künftig in der Hauptabteilung Zentrale Verwaltungsaufgaben.

 

Schließlich bildet die Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz mit dem Gesundheitsamt eine eigene Hauptabteilung, an deren Spitze ein Verwaltungsjurist stehen soll. „Das ist angesichts der vielen rechtlichen Bestimmungen in der Human- und Tiermedizin sowie im Verbraucherschutz die richtige Entscheidung“, sagte Matiaske in der Kreistagssitzung, in der die Veränderungen ebenfalls thematisiert wurden. Gerade der „Fall Wilke“ in Nordhessen zeige, wie sensibel dieser Bereich sei.

 

Die Veränderungen können relativ organisch umgesetzt werden, weil etliche Abteilungsleiter im LRVV in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Außerdem ist die Stelle der Leitung der Hauptabteilung wegen eines Konkurrentenstreitverfahrens seit gut eineinhalb Jahren vakant.

 

Die gewählten Vertreter der Landwirte waren im Gebietsagrarausschuss über die Neuorganisation informiert worden. Dabei äußerten sie den Wunsch, dass die für Landwirtschaft zuständige Abteilungsleiterin auch genügend Zeit hat, um die Kontakte ins hessische Landwirtschaftsministerium zu pflegen, wie Matiaske schilderte. „Dem wollen wir entsprechen. Wir werden Wege finden, wie die Mitarbeiterin an anderer Stelle entlastet wird, um dieser Aufgabe nachzukommen.“

 

Der Standort in Reichelsheim werde in den nächsten Jahren bestehen bleiben, fügte er hinzu. Derzeit erarbeitet das Bau- und Immobilienmanagement Odenwaldkreis aber eine „Bauvision 2030“ für die Kreisverwaltung, mit der sich der Kreistag im nächsten Jahr befassen soll. Dabei wird auch zu diskutieren sein, wie mit den zahlreichen Außenstellen der Kreisverwaltung umgegangen wird, für die zum Teil ein hoher Sanierungsbedarf besteht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


05.11.2019


LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen