Ehrung für einen "Ausnahmekünstler"

Beispiel für die Schaffenskraft von Rob Roberts: ein von ihm gestaltetes Poster mit Odenwälder Sehenswürdigkeiten, das der Kreis bis heute zu besonderen Anlässen verschenkt und das in der Ausstellung im Landratsamt zu sehen ist. Darüber spricht Ruth Roberts, die Frau des vor fünf Jahren plötzlich verstorbenen Künstlers, bei der Vernissage mit Landrat Frank Matiaske und dem früheren Landrat Horst Schnur (von rechts).

„Seine Werke zeugen von einem ganz besonderen Interesse am Leben und an den Menschen.“ Mit diesen Worten hat Landrat Frank Matiaske gestern Abend den vor fünf Jahren verstorbenen Künstler Rob Roberts gewürdigt, dem eine Gedenkausstellung im Landratsamt gewidmet ist. Zur Vernissage waren außer seiner Frau und seinen drei Kindern zahlreiche Weggefährten, Freunde und Schüler des Illustrators, Zeichners und Radierers gekommen. Die Laudatio hielt der frühere Landrat Horst Schnur, der Roberts gut kannte. Er lobte ihn als „Ausnahmekünstler, der uns mit seiner Gestaltungskraft noch viel hätte schenken können“.

 

In der Ausstellung werden 30 Werke gezeigt. Zu Roberts‘ wichtigsten Motiven zählten regionale Kulturdenkmale ebenso wie Tiere, Autos, Motorräder und Traktoren. Von ihm stammen auch die Zeichnungen Odenwälder Sehenswürdigkeiten auf einem großen Poster, das der Odenwaldkreis bis heute zu besonderen Anlässen verschenkt. „Allein dadurch halten wir die Erinnerung an Rob Roberts wach, der die Kunstszene des Odenwaldkreises nachhaltig geprägt und bereichert hat“, so Matiaske.

 

„Es war ihm aber auch ein Anliegen, sein Wissen und Können vor allem jungen Studenten, aber auch Erwachsenen zu vermitteln“, hob Schnur hervor und erinnerte daran, dass Roberts im Jahr 2012 in Erbach eine Kunstschule eröffnet hatte. „Er war fest davon überzeugt, dass jeder zeichnen lernen kann, wenn er Freude an konzentrierter Arbeit und eine Portion Begeisterung mitbringt.“

 

Von Wales in den Odenwald

 

Schnur zeichnete den Lebenslauf des Künstlers nach, der 1954 in Wales geboren wurde und vor fünf Jahren unerwartet starb. Nach der Schul- und Studienzeit begann er mit 21 Jahren sein Berufsleben als freiberuflicher Illustrator in London. Außerdem verkaufte er Radierungen und Gemälde im ganzen Land. Es folgten Jahre in den Vereinigten Staaten und Australien, bevor er in seine Heimat zurückkehrte. Nach Deutschland kam Roberts 1990 und gründete mit seiner Frau Ruth eine Familie; kennengelernt hatten sie sich in Manchester, wo seine spätere Frau an einer Ballettschule studierte. In Brombachtal zuhause, arbeitete er in Neu-Isenburg als Illustrator für eine Werbeagentur.

 

Schnur würdigte Roberts‘ „besondere Begabung, Zeichnungen mit fotografischen Licht- und Schattenspielen zu gestalten“ und hob unter anderem hervor, dass der Künstler seine Arbeiten auch auf der Odenwald Country Fair präsentiert hat, zunächst alleine, dann gemeinsam mit anderen Künstlern. „Viele Besucher bewunderten seine Kunst. Unvergesslich bleibt mir, als ich dort bei ihm 2014 an der Staffelei stand und zusah, wie er an einem Pferdekopf arbeitete. Es war sein letztes Bild und blieb unvollendet. Es ist auch in dieser Ausstellung zu sehen.“

 

Als weitere Beispiele für Roberts‘ Schaffenskraft führte Schnur unter anderem Bühnenbilder an, die er für Aufführungen der Ballettschule seiner Frau schuf, und den Motivwagen mit der Burg Breuberg und Rittern, den er für den Hessentag in Erbach 1998 gestaltet hatte.

 

Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von Roberts‘ Tochter Kimberley, die in Leeds Songwriting studiert, und von Janis Marquard am Cello. Die Ausstellung ist bis einschließlich Freitag, 16. August, während der Öffnungszeiten des Landratsamts (montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr sowie donnerstags von 14.00 bis 17.30 Uhr) zu sehen sein. Besuchszeiten darüber hinaus können mit Ute Naas vom Kulturmanagement des Odenwaldkreises abgestimmt werden (Telefon 06062 70-217; E-Mail u.naas@odenwaldkreis.de).

 

 


06.06.2019


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