Odenwaldkreis dankt Pflegeeltern

Ausgepackt: Jugenddezernent Oliver Grobeis (links) und Jugendamtsleiter Ralf Franz Bär haben dem kleinen Emil beim Treffen der Pflegekinder und -eltern im Hotel Zentlinde in Güttersbach ein Buch geschenkt. Getragen wird Emil von Karina Glabisch, die im Jugendamt für den Pflegekinderdienst zuständig ist.

Wie das Leben von Melissa und Emil ohne das Jugendamt des Odenwaldkreises aussähe, weiß niemand. Was man aber sofort sieht: Dem elf Jahre alten Mädchen und dem eineinhalb Jahre alten Jungen geht es bei ihren Pflegeeltern gut. Bei ihren leiblichen Eltern konnten sie nicht bleiben, so dass sich der im Jugendamt angesiedelte Pflegekinderdienst für die beiden um Plätze in Pflegefamilien kümmerte – genauso wie für die anderen 20 Kinder und Jugendlichen, die mit Melissa und Emil jüngst in das Hotel Zentlinde nach Mossautal-Güttersbach gekommen waren.

 

Einmal im Jahr lädt das Jugendamt die Pflegekinder und -eltern zu einem Adventstreffen in das Hotel ein, um deren Austausch zu fördern und um den Eltern für ihren Einsatz zu danken. „Ich möchte Ihnen ein großes Lob aussprechen“, sagte der für den Bereich Jugend zuständige Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis zu den mehr als 40 Eltern, die der Einladung gefolgt waren. „Ihr Tun ist wichtig für jedes einzelne Kind und für die Gesellschaft ein Vorbild.“

 

Auch Jugendamtsleiter Ralf Franz Bär und die für den Pflegekinderdienst zuständige Abteilungsleiterin Karina Glabisch dankten den Pflegeeltern für deren großes Engagement, „gerade angesichts mancher Herausforderungen, denen Sie im Alltag begegnen“. Eine besteht zum Beispiel darin, den Umgang der Kinder mit ihren leiblichen Eltern zu gestalten. „Auch dabei unterstützen wir die Pflegeeltern“, so Glabisch. Bär lud die Eltern dazu ein, die vom Jugendamt angebotenen Fortbildungen und Supervisionen zu nutzen.

 

Insgesamt betreuen die Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes 65 Kinder und Jugendliche und stehen in Kontakt zu 63 Familien, zu denen auch solche gehören, in denen noch Pflegeplätze frei sind. In diesem Jahr werden bislang acht Kinder in Bereitschaftspflegestellen betreut. Das sind Stellen, in denen Kinder schnell und für eine begrenzte Zeit aufgenommen werden. Davon unterscheiden sich die Dauerpflegestellen, in denen Kinder und Jugendliche so lange bleiben, bis sie in die Selbständigkeit entlassen werden können, etwa nach einer Berufsausbildung. Zu ihnen gehört zum Beispiel Melissa.

 

Glabisch und der Pflegekinderdienst bitten weitere Paare darum, sich zu überlegen, Pflegekinder aufzunehmen. „Um genügend Plätze vorhalten zu können, brauchen wir das Engagement der Eltern“, so Glabisch, die aus vielen Schilderungen weiß, dass es nicht nur herausfordernd ist, Pflegekinder zu haben, sondern auch sehr erfüllend. „Die Kinder und Jugendlichen bekommen wieder eine Perspektive für ihr Leben.“ Informationen dazu geben die Mitarbeiterinnen des Dienstes: Claudia Gölz-Friedrich (06062 70-398), Tanja Thomasberger (06062 70-412) und Meike Siefert (06062 70-1634).

 

 


04.12.2018


LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen