Odenwaldkreis setzt deutliches Signal für Klimaschutz

Fahren mit Strom: Landrat Frank Matiaske (zweiter von links) freut sich über drei E-Autos, die die Kreisverwaltung mit Unterstützung der Entega AG seit dieser Woche nutzen kann. Das ist aber nur der Anfang. Der gesamte Fuhrpark soll nach und nach auf E-Mobilität umgestellt werden. Bei der Übergabe der Fahrzeuge vor dem Landratsamt mit dabei sind (von links): der Klimaschutzmanager des Kreises, Frank Slawik, René Sturm (Entega AG), der Kreisbeigeordnete Andreas Funken, der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis und Philipp Schlögl (Entega AG)

Der Odenwaldkreis setzt Maßstäbe in umweltfreundlicher Mobilität und stellt seinen gesamten Fuhrpark schrittweise auf E-Mobilität um. Das hat Landrat Frank Matiaske gestern im Kreistags-Ausschuss für Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz angekündigt. „Das ist ein großer, aber in Zeiten des Klimawandels nötiger Schritt. Wir leisten damit einen Beitrag für eine sauberere Umwelt und hoffen, dass andere öffentliche Verwaltungen ähnlich vorgehen.“

 

Geplant ist, den aus 26 Fahrzeugen bestehenden Fuhrpark schrittweise vollständig auf Elektro- beziehungsweise Hybridfahrzeuge umzurüsten. Bisher fährt Landrat Matiaske mit einem Hybridauto, außerdem stehen den Mitarbeitern schon seit längeren zwei Elektro-Smarts, die dem Kreis gehören, als Dienstfahrzeuge zur Verfügung. Bereits bestellt sind zwei weitere Elektrofahrzeuge, die Mitte 2019 zwei alte Dieselfahrzeuge ersetzen werden. Die Anschaffung dieser E-Autos durch den Kreis wird vom Bund zur Hälfte gefördert.

 

Für 21 weitere Dieselautos laufen die Leasingverträge Anfang bis Mitte 2020 aus. Auch sie werden durch Elektro- beziehungsweise Hybridfahrzeuge ersetzt, ebenfalls im Leasingverfahren. „Ab Juli 2020 ist der Fuhrpark des Odenwaldkreises frei von Autos mit reinen Verbrennungsmotoren“, hob Matiaske hervor. Letztlich wird der Fuhrpark aus 15 Elektro- und elf Hybridfahrzeugen bestehen. Ergänzt wird er durch drei Elektroautos, die die Entega AG Anfang dieser Woche übergeben hatte. Sie haben besonders günstige Leasing-Konditionen. „Die reinen E-Autos können die Kollegen sehr gut für kürzere Dienstfahrten nutzen, wie sie häufig anfallen, die Hybridfahrzeuge für längere“, so der Klimaschutzmanager des Kreises, Frank Slawik.

 

Verantwortlich für den Fuhrpark ist das Bau- und Immobilienmanagement Odenwaldkreis, ein Eigenbetrieb des Kreises. Der Erste Kreisbeigeordnete Grobeis, der der Betriebskommission vorsitzt, hob hervor, dass sehr bald die notwendige Infrastruktur vorhanden sein werde, zum Beispiel Ladesäulen, um den Umstieg problemlos umzusetzen. Der für Klimaschutz zuständige Kreisbeigeordnete Andreas Funken äußerte: „Es ist richtig, dass der Odenwaldkreis seiner Vorreiterrolle gerecht wird und den Fuhrpark umstellt. Wir zeigen: E-Mobilität ist alltagstauglich.“

 

Die Betriebs- und Wartungskosten für die neuen Fahrzeuge werden niedriger sein als derzeit, dafür werden Mehrkosten durch höhere Leasingraten entstehen. Insgesamt müssen ab dem Jahr 2020 jährlich 16.000 Euro mehr aufgewendet werden. „Das ist vertretbar“, sagte Matiaske. Einmalige Kosten werden dem Kreis durch den Ausbau von Ladestellen entstehen. An allen Standorten der Kreisverwaltung soll es genügend Stationen geben. Gedacht ist daran, nach und nach 13 Ladestellen einzurichten, deren Anschaffung und Montage insgesamt rund 65.000 Euro kosten werden. Da der Odenwaldkreis ausschließlich Öko-Strom bezieht, werden auch die neuen Fahrzeuge mit diesem Strom „betankt“.

 

Einmalige Kosten entstehen dem Kreis auch durch die Anschaffung der beiden E-Fahrzeuge Mitte 2019, die dank der Bundesförderung den Kreis aber zusammen nur 35.000 Euro kosten. Hinzu kommen noch 6.000 Euro für den Kauf von zwei Elektro-Fahrrädern. „Man muss nicht für jede Dienstfahrt ein Auto nehmen“, so Matiaske. Insgesamt sei der Umstieg auf die E-Fahrzeuge eine finanzielle Kraftanstrengung, fügte er hinzu. „Aber es ist mir wichtig, dieses nachhaltige Signal für eine umweltfreundlichere Mobilität zu setzten. Immer nur Veränderungen von anderen zu fordern, ist einfach und führt letztlich keinen Schritt weiter.“

 

 


22.11.2018


LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen