Kreisentwicklungskonzept 2021

Vieles wurde in den vergangenen Jahrzehnten getan, um den Landkreis zu einem Wohn- und Arbeitsort mit hoher Lebensqualität zu machen – was laut den Bürgerumfragen auch grundsätzlich gelungen ist. Auch der weitgehende Erhalt der Einwohnerzahlen in den letzten Jahrzehnten spricht dafür, dass in der Vergangenheit viele Weichen für die Entwicklung der Region richtig gestellt wurden.

 

Wirtschaft, Demographie, Wohnraum, Versorgung, Fachkräftesicherung, Mobilität, Freizeit, Kultur, Natur, Lebensqualität, Bildung, usw. bilden ein komplexes Wirkungsgefüge, das die Kreisentwicklung prägt. Im Kreisentwicklungskonzept werden diese Bereiche - und deren Zusammenhänge - analysiert und darauf aufbauend Handlungsoptionen aufgezeigt.

In der Kreisentwicklungsplanung fließen Erkenntnisse regionaler Experten, aus statistischen Auswertungen sowie aus der Bürgerbeteiligung zusammen. Wissenschaftliche Studien und Beispiele guter Praxis aus anderen Regionen werden hinzugezogen, um zusätzliche Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

 

Das Kreisentwicklungskonzept 2021 steht hier zum Download (PDF; 28 MB) zur Verfügung. Um einzelne Themen schneller zu finden steht zusätzlich eine erweiterte Gliederung zum Download (PDF) bereit. Am 24. Mai 2022 hat der Kreistag das Konzept offiziell zur Kenntnis gekommen. Laut Beschluss fungiert es somit als Steuerungsinstrument der Verwaltung und als Wissensbasis für die Politik. Die Kreisentwicklungsplanung ist ein fortlaufender Prozess. Gewonnene Erkenntnisse werden weitergetragen und münden in Projekten, Maßnahmen und weiteren Untersuchungen. In der Umsetzung kommt es meistens darauf an, dass viele Menschen einbezogen werden und am selben Strang ziehen.

Zentraler Grundbaustein für die im Konzept formulierten Ziele und Maßnahmen ist die Vision2030. Diese wurde aus dem Papier "Vision und Mission des Odenwaldkreises" von 2013 abgeleitet und wurde nach der Veröffentlichung des Kreisentwicklungskonzepts intensiv in den Gremien des Kreitsags diskutiert. In einem konstruktiven Prozess wurde diese weiterentwickelt zum Leitbild2030 (PDF) (siehe unten). Dieses wurde dann mit einer breiten Mehrheit im Kreistag zur grundlegenden politischen Leitlinie für die Kreisentwicklung erklärt.

 

Leitbild2030 des Odenwaldkreises

Der Odenwaldkreis im Jahr 2030 ist eine naturnahe und zugleich wirtschaftlich erfolgreiche, digital vernetzte Region. Diese zeichnet sich durch starken Zusammenhalt und eine reizvolle Landschaft mit einem lebendigen urbanen Zentrum aus. Im Odenwaldkreis zählt jeder Mensch der hier seine Heimat finden möchte. Das Zusammenleben ist geprägt von großem Engagement für das Gemeinwohl, sozialer Nähe und fairem Wettbewerb.

Folgende Ziele haben Priorität:

  • Die Entwicklung des Kreises ist nachhaltig.
  • Voraussetzung für den Erhalt unserer Natur und die Sicherheit der Menschen ist auch der Schutz des Weltklimas. 2030 leistet der Odenwaldkreis seinen Beitrag zur Klimaneutralität. Dies bewerkstelligt er ökonomisch sinnvoll, sozialverträglich und mit Rücksicht auf die Odenwälder Landschaft.
  • Die ländliche und kleinstädtische Prägung des Odenwaldkreises ist eine regionale Stärke. Diese wird erhalten, gefördert und gezielt kommuniziert. Folge dieser Struktur ist, dass man sich beruflich und privat meist mehr als einmal begegnet. Dies prägt den Umgang der Mitmenschen. Dörfer, Städte, Kommunen, Vereine, Berufsgruppen und andere Gruppierungen bilden Netzwerke und Gemeinschaften, bei denen sich jeder einbringen und einen erkennbaren Beitrag leisten kann. Im Odenwaldkreis können alle Menschen nicht nur einen attraktiven Ort zum Leben und Arbeiten, sondern eine echte Heimat finden. Der Odenwaldkreis versteht sich als weltoffene Region. Die Teilhabe am öffentlichen Leben und die Versorgung der Grundbedürfnisse ist allen Menschen möglich. Die Kommunen des Kreises arbeiten vertrauensvoll zusammen und verstehen sich als eine Region, in der jeder auch vom Erfolg der Nachbargemeinde profitiert.
  • Der wirtschaftliche Erfolg ist einerseits nur im Zusammenwirken mit den umliegenden Regionen und Großstädten zu erreichen, andererseits ist auch eine eigene, dynamische Wirtschaft für die Region unverzichtbar und gehört auch zur Tradition und dem Selbstverständnis. Zwischen Natur und Wirtschaft ist ein Miteinander geschaffen, was auch die Naherholungsqualität sichert. Dieser Standortvorteil trägt zur Fachkräfte­sicherung bei. Da sich die engen privaten Netzwerke auch im Beruf wiederfinden, herrschen in einem fairen Wettbewerb gegenseitiger Respekt und Kooperation.
  • „Das lebendige urbane Zentrum“ des Odenwaldkreises besteht aus Erbach und Michelstadt, was sich auch in den Fortschreibungen des Landesentwicklungsplans wiederspiegelt. In diesem Zentrum ist die Nahversorgung in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Bildung und Einkauf gewährleistet, ebenso wie entlang der Entwicklungsachsen Mümlingtal und Gersprenztal sowie in peripheren Gemeinden und Ortsteilen. Eine Bewältigung des Alltags auch ohne eigenen PKW ist möglich – durch ÖPNV, Nahmobilität und ortsnahe Möglichkeiten. Auf dem Weg zu diesem Ziel werden Schiene und Straße gleichermaßen gedacht. Hochwertige und reichhaltige Angebote der Bildung, Kultur, Versorgung, Gesundheit und Arbeit sind Voraussetzung für die selbstbestimmte Entwicklung der Region. Außerdem sind sie Voraussetzung dafür, dass die Wahrnehmung des Odenwaldkreises sich positiv entwickelt.
LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen