Geschichte des Frauenwahlrechts

Seit 1918 dürfen Frauen in Deutschland wählen und können gewählt werden. Im ersten demokratisch gewählten Parlament der Weimarer Republik von 1919 betrug der Frauenanteil 9 %. Wenige Jahre später (1933) entzogen die Nationalsozialisten den Frauen das passive Wahlrecht, d. h. sie konnten zwar zur Wahl gehen, aber nicht mehr selbst gewählt werden. Demokratische Strukturen wurden außer Kraft gesetzt.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg kämpfte vor allem eine Frau - die Juristin Dr. Elisabeth Selbert (SPD) - um die Festschreibung der Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz. Zunächst sollte ein Passus aus der der Weimarer Verfassung übernommen werden, der Frauen und Männern lediglich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten zusprach. Dr. Selbert kämpfte mit anderen Frauen vehement für den Artikel: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Dieser wurde nach harten Auseinandersetzungen mit den männlichen Entscheidungsträgern am 18. Januar 1949 als Artikel 3 ins deutsche Grundgesetz übernommen.

 

In den 1950er und 1960er Jahren dominierte eine aus heutiger Sicht konservative Familienpolitik. Wichtig war die Einführung des Mutterschutzes. Die erste Ministerin in einem bundesdeutschen Kabinett war die Juristin Dr. Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) von 1961 bis 1966. Sie setzte sich als Gesundheitsministerin für die Rechte der nichtehelichen Kinder ein. Bereits 1957 nahm sie als Abgeordnete großen Einfluss auf die Abschaffung des sogenannten „Stichentscheids“, dem Letztentscheidungsrecht des Mannes in allen die Ehe betreffenden Belangen.

 

Bis in die 1970er Jahre wurde das Familienministerium von Männern geleitet, danach stand mit Aenne Brauksiepe (CDU) von 1968 bis 1969 die erste Frau an der Spitze. Später überwog der Frauenanteil, darunter Prof. Dr. Rita Süssmuth (CDU) von 1985 bis 1988 oder Renate Schmidt (SPD) von 2002 bis 2005, Ursula von der Leyen (CDU) von 2005 bis 2009, ab 2009 Christina Schröder (CDU).

 

Die seit Beginn der 1970er Jahre aufkommende Frauenbewegung bewirkte ein Umdenken: die große Ehe- und Familienrechtsreform von 1977 - maßgeblich von Familienministerin Dr. Katharina Focke (SPD) erarbeitet - bildet ein Ergebnis dessen. Zusammen mit dem Zweiten Bundesgleichberechtigungsgesetz von 1994 wurde das Bundesfamilienministerium in seiner heutigen Form eingeführt.

 

Von der Etablierung des Frauenwahlrechts bis 1983 hat sich der Anteil der weiblichen Abgeordneten und Ministerinnen in Höhe von 9 % kaum verändert. 2008 amtierten neben der ersten Bundeskanzlerin sechs Ministerinnen und neun Minister. 32,6 % aller Abgeordneten sind weiblich (Quelle „Ausstellung: Frauenrechte, einst und jetzt", KULTURelle GbR).

 

Im Kreistag des Odenwaldkreises ist das Verhältnis ähnlich. Von insgesamt 63 Mitgliedern sind 18 Frauen. Der Anteil der Frauen in den einzelnen Kreistagsfraktionen beträgt:

  • SPD: 22 Abgeordnete insgesamt davon 4 Frauen
  • CDU: 16 Abgeordnete insgesamt davon 5 Frauen
  • ÜWG: 12 Abgeordnete insgesamt davon 3 Frauen
  • Grüne: 8 Abgeordnete insgesamt davon 4 Frauen
  • FDP: 2 Abgeordnete insgesamt davon 0 Frauen
  • Die Linke: 2 Abgeordnete insgesamt davon 1 Frau
  • Republikaner: 1 Abgeordnete insgesamt davon 1 Frau

 

Frauenorganisationen der verschiedenen Parteien im Odenwaldkreis:

Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen
Kirsten Krämer
Birkenhag 4
64385 Reichelsheim (Odenwald)
Telefon: 06164 544176
E-Mail: km.kraemer@yahoo.dem.koellner@odenwaldkreis.de


Frauen Union
Ursula Barnack
64711 Erbach
Hauptstraße 59
Telefon: 06062 608890 oder 91
E-Mail: ursulabarnack@web.de


Grüne Frauen
Elisabeth Bühler-Kowarsch
64743 Beerfelden
Martin-Luther-Straße 24
Telefon: 06068 4323
E-Mail: grueneodw@t-online.de

 

Frauenkommission des Odenwaldkreises

1993 wurde die Frauenkommission des Odenwaldkreises gebildet. Ihre Aufgabe ist es, den Kreisausschuss in frauenpolitischen Angelegenheiten zu beraten.

Mitglieder der Frauenkommission in der Legislaturperiode 2011 – 2016:

  • Vorsitzende:
    Brigitte Heckmann (SPD, Mitglied des Kreisausschusses)
  • Kreistagsabgeordnete:
    Katja Schley (SPD)
    Anni Resch (CDU)
    Gabriele Hopfner-Heckmann (ÜWG)
    Hedwig Seiler (Grüne)
    Sachkundige Einwohnerinnen:
    Ulrike Gebauer (Servicebörse Odenwald)
    Christel Götzinger-Heldmann (Landfrauen Bezirksverein Michelstadt)
    Ilse Krüger (Frauengeschichtswerkstatt Odenwald)
    Astrid Ludwig (DGB-Gewerkschaftsfrauen Odenwaldkreis)
    Annegret Vogel (Verein Odenwälder Frauenhaus e. V.)
  • Beratendes Mitglied:
    Petra Karg (Gleichstellungsbeauftragte / Frauenbeauftragte)
LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen