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"Schauen Sie nicht weg"

Wo sonst meistens bunte Bilder die Flure der Kreisverwaltung schmücken, finden die Bürgerinnen und Bürger aktuell Informationen zu Opfern menschenfeindlicher Gewalttaten. Das Bündnis „Odenwald gegen Rechts“ stellt auf selbst zusammengetragenen und gestalteten Plakaten das Leiden von Menschen dar, die zwischen 1990 und 2014 rechtsextremer Gewalt zum Opfer gefallen sind.

 

Bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 21. Januar 2016, im Landratsamt in Erbach, die musikalisch von Marcel Janßen begleitet wurde, betonte Landrat Matiaske die Aktualität des Themas in Anbetracht zahlreicher Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. „Diese Ausstellung regt zum Nachdenken an. Ich hoffe das motiviert viele, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen“, sagte Matiaske.

 

Nachdem Harald Staier die Entwicklung und Ziele des Bündnisses vorgestellt hatte, erläuterte Melanie Schimpf, die gemeinsam mit Irmhild Rittmeyer die Ausstellung konzipiert hat, deren Intention. Die Plakate zeigen auf, aus welchen rechtsradikalen Gründen und auf welche brutale Art und Weise die über 180 Opfer starben. Dazu gibt sie statistische Informationen und zeigt durch Täterzitate das menschenverachtende Weltbild rechtsextremer Täter auf. Sie möchte damit unter anderem darauf aufmerksam machen, dass es immer noch erhebliche Differenzen zwischen den offiziellen Statistiken zu Opfern rassistischer Gewalt und den Zahlen, die Medien und Beratungsstellen ermitteln, gibt. Ihr wichtigstes Anliegen aber ist, sich der Verdrängung rechtsextremer Morde entgegen zu stellen. „Lassen Sie auf sich wirken, was mit den Menschen passiert ist. Lesen Sie sich die Schicksale aufmerksam durch und schauen Sie nicht weg“, bittet Melanie Schimpf die Besucherinnen und Besucher.

 

Die Ausstellung „Todesopfer menschenfeindlicher Gewalt seit 1990“ ist bis einschließlich Freitag, den 11. März 2016, zu den regulären Öffnungszeiten (montags, dienstags, und freitags von 8:00 bis 12:00 Uhr sowie donnerstags von 8:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:30 Uhr) im Landratsamt in Erbach zu sehen. In dieser Zeit bietet Irmhild Rittmeyer vom Bündnis „Odenwald gegen Rechts“ jeden Donnerstag zwischen 14:00 Uhr und 17:30 Uhr nach Voranmeldung Führungen durch die Ausstellung an. Dieses Angebot gilt auch besonders für Schulklassen. Interessierte wenden sich bitte an Frau Rittmeyer (Telefon 06061 969911; E-Mail rittip@gmx.de) oder Ute Naas vom Kulturmanagement des Odenwaldkreises (Telefon 06062 70-214; E-Mail u.naas@odenwaldkreis.de)

 

Die Präsentation der Informationsplakate im Landratsamt ist ein Teil des Begleitprogramms der Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933 – 1945“, die der Hessische Rundfunk und das Fritz Bauer Institut auf Einladung der Stadt Michelstadt noch bis zum Sonntag, dem 28. Februar 2016, im Spielzeugmuseum in Michelstadt jeweils von Dienstag bis Sonntag von 13:00 bis 17:00 Uhr zeigen.


25.01.2016

LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen