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Odenwaldkreis stellt öffentlichen Nahverkehr auf neue Basis

Neuheit: Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe im Kloster Höchst geht das Projekt "garantiert mobil!" an den Start. Darüber freuen sich (von links) Staatssekretär Mathias Samson, Landrat Frank Matiaske, Peter Krämer, der Leiter des Geschäftsbereichs Nahverkehr der OREG, und André Kavai, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds.

In Höchst i. Odw. ist heute ein Projekt an den Start gegangen, das den öffentlichen Nahverkehr im Odenwaldkreis völlig neu gestaltet, so dass Bürgerinnen und Bürger viel flexibler unterwegs sein können als bisher. Das von der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) entwickelte Konzept heißt „garantiert mobil!“. Der Name ist Programm: Über eine Online-Plattform können Beförderungsangebote so eingesehen und gebucht werden, dass man tagsüber von einer Ortschaft in die nahegelegenen Zentren Höchst i. Odw., Bad König, Beerfelden, Reichelsheim und immer auch nach Erbach und Michelstadt gelangt. „Dafür geben wir eine Mobilitätsgarantie“, sagte Peter Krämer, der Leiter des Geschäftsbereichs Nahverkehr bei der OREG, beim Projektstart im Kloster Höchst.

 

Dort schalteten Mathias Samson, Staatssekretär im Hessischen Verkehrsministerium, und Landrat Frank Matiaske in Anwesenheit zahlreicher Gäste das Angebot offiziell frei. Beide betonten den bundesweiten Modellcharakter des Projekts, das auch für andere ländliche Regionen richtungsweisend sein könne. „Alle Landkreise haben hinsichtlich der Sicherung des Öffentlichen Personennahverkehrs das gleiche Problem“, so Samson. Er freue sich, dass die OREG das Thema so offensiv angegangen sei. „Der Mobilitätsmarkt steht am Anfang einer revolutionären Wende, und wir sind froh, dass der Odenwaldkreis mit neuer Technik und neuen Konzepten vorne dabei ist“, hob Matiaske hervor. André Kavai, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), wünschte dem Projekt viel Erfolg.

 

Ausgangspunkt für die Überlegungen, die zu „garantiert mobil!“ führten, war die Frage, wie die öffentliche Mobilität in ländlichen Räumen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nachhaltig organisiert werden kann und wie man bezahlbare Angebote schaffen kann, die eine Alternative zur Autofahrt darstellen. Kernidee des neuen Projekts ist es, die Grundversorgung durch die Buslinien zu erhalten, aber neue Mobilitätsangebote zu schaffen und miteinander zu vernetzen.

 

Nachdem man sich in dem Informations- und Buchungssystem unter www.odenwaldmobil.de registriert hat, kann man sich via Internet oder per Smartphone-App über die gewünschte Verbindung informieren, zwischen den angebotenen Fahrten auswählen und bis zu einer Stunde vor Fahrtantritt eine Fahrt buchen. Angezeigt werden alle Regel- und Rufbusfahrten, private und gewerbliche Mitnahmefahrten sowie Fahrten mit dem so genannten taxOmobil.

 

Das Angebot gilt montags bis freitags von 5:00 bis 22:00 Uhr, samstags von 6:00 bis 22:00 Uhr sowie sonn- und feiertags von 8:00 bis 22:00 Uhr. Für alle Fahrten zahlt man den gleichen Grundpreis, der dem Tarif des RMV entspricht. Für eine taxOmobil-Fahrt ist darüber hinaus ein entfernungsabhängiger Zuschlag fällig. Bei allen Buchungen werden gültige Wochen-, Monats- oder Jahreskarten des RMV anerkannt; damit entfällt die  Zahlung des Grundpreises. Verrechnet wird alles auf einem Konto, das der Nutzer auf dem Informations- und Buchungsportal anlegt.

 

Wer privat mit seinem Auto unterwegs ist und Fahrgäste mitnehmen will, kann das in dem Portal ebenfalls angeben. Besonders für dieses Angebot waren etliche rechtliche Regelungen zu beachten. Schlussendlich gilt, dass man dafür keine eigene Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung braucht, auch keine zusätzliche Versicherung oder eine besondere TÜV-Untersuchung für das Auto. Entschädigt wird eine Mitnahmefahrt mit 12 Cent je gefahrenem Kilometer.

 

Krämer geht davon aus, dass „garantiert mobil!“ von 1.700 zusätzlichen Fahrgästen am Tag genutzt werden wird. 70 Prozent von ihnen würden den klassischen öffentlichen Nahverkehr nutzen, „der überproportional davon profitiert, dass man ein wesentlich erweitertes Mobilitätsangebot erhält“. Schätzungsweise 20 Prozent werden ihm zufolge die privaten Mitnahmefahrten nutzen und zehn Prozent die taxOmobil-Fahrten.

 

Das Land Hessen hat den Aufbau des Buchungsportals mit 500.000 Euro unterstützt, wofür sich Matiaske bei Samson bedankte. „Ohne diese Hilfe wären wir nicht in der Lage gewesen, die Buchungs-App zu entwickeln.“


08.09.2017

LOGOs: EU Sozialfonds,Hessen und EU Investition in die Zukunft, EFS Für Menschen in Hessen